Die Bodenplatte ist die Basis eines Hauses ohne Keller. Sie ist gleichzeitig der Übergang vom Baugrund zum Gebäude. Fokussiert sorgt sie für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung des Gebäudes im Boden. Wodurch Bodenverformungen vermieden und Rissbildung am Haus verhindert werden. Kein Haus kann ohne Bodenplatte gebaut werden. Selbst wenn das Gebäude unterkellert ist, wird zumindest ein Fundament unter dem Keller ausgeführt. Die Bodenplatte bildet ebenfalls im Garten einen tragfähigen Untergrund für Gartenhaus, Wintergarten oder Pavillon.
Bodenplatte herstellen

Endlich kommt Beton! Diesen 17. Bautag wollten wir auf gar keinen Fall verpassen. Mit den ersten Sonnenstrahlen auf die Baustelle und so viel wie es geht mitnehmen, bevor es ins Office geht.
Auch hier wieder Glück mit dem Wetter. Der 7. Oktober hat wieder gezeigt, warum der Monat als „golden“ bezeichnet wird. Es sind nicht nur die golden eingefärbten Kronen der Laubbäume, es sind auch die golden schimmernden Hausfassaden und -dächer. So hat auch ein golden strahlender Betonmischer uns die flüssige Bodenplatte geliefert.
Die Bodenplatte ist der Teil einer flach gründenden Gebäudehülle. Sie berührt den Erd- bzw. Grundboden. Sie ist die Hausgründung und wird auch Gründungsplatte, Grundplatte oder Plattenfundament bezeichnet. Bei unserer Indiebude ohne Keller ist die Bodenplatte der Fußboden des Erdgeschosses.
Beton pumpen

Die Anlieferung war natürlich spektakulär. Wenn der Fahrzeugpilot durch die Zufahrt navigiert und du als Bauherr in dem Moment feststellst, dass der Bottich da, das Grundfundament deiner Bude beinhaltet.
Für unser Bauprojekt wurde der benötigte Beton in erforderlicher Qualität direkt aus einem Betonwerk geliefert. Für die Lieferung und die Fahrzeuge war die Baustelle gut erreichbar. Zudem hatten die Betonmischer im Wendehammer genügend Platz zum Rangieren. Der Mischerpilot entlädt den Beton standardmäßig über eine Rinne am Heck. Es ist schwenkbar und kann dadurch den Trichter der Betonpumpe bis einige Meter hinter und neben dem Mischerfahrzeug erreichen.
Insgesamt haben sich 4 Betonmischer an der Betonpumpe angedockt, um die Bodenplatte zu füllen. Betonmischer oder Fahrmischer sind Fahrzeuge mit Rührwerk. Sie müssen 90 Minuten nach der ersten Wasserzugabe zum Zement vollständig entladen sein. Das bedeutet, dass der flüssige Beton nach max. 1,5 Stunden auf der Baustelle verarbeitet sein muss.

Verarbeiten bedeutet, den Beton einpumpen. Was über die Betonpumpe, auch Mastpumpe genannt, erfolgt. Die Betonpumpe ist ein Fahrzeug mit einem schwenkbaren Teleskoparm um einen flexiblen Endschlauch ergänzt. Diese befördert den Beton an die richtige Stelle innerhalb der eingeschalten Bodenplatte.
Wie das obere Bild zeigt, wurde die Mastpumpe vor dem Betonieren an einer günstigen Position aufgestellt und gesichert. Sodass der Teleskoparm den Arbeitsbereich bequem erreichen kann und die Fahrmischer unkompliziert an den Pumpentrichter andocken.
Der Teleskoparm wird auch Ausleger genannt. Unter dem Begriff auch eher auf den Baustellen und in Fachbüchern anzutreffen. Er hat eine Reichweite um die 40 Meter und fördert den Beton genau dort hin, wo dieser benötigt wird.
Während der gesamten Betonierarbeiten haben die 4 Fahrmischer jeweils ca. 8 Kubikmeter Frischbeton geliefert und in die Betonpumpe entladen. Das letzte Fahrzeug war nicht komplett voll, es wird nur so viel bestellt und geliefert wie nötig. Restbeton muss umweltgerecht entsorgt werden, was mit Folgekosten verbunden ist. Sodass bereits bei der Planung der Bodenplatte die korrekte Betonmenge bestimmt wird. Welche für die Verarbeitung dann auch bestellt wird
Wie die korrekte flüssige Masse von ca. 24 Kubikmetern verarbeitet wurde, visualisieren und dokumentieren die folgenden Bilder.
Beton gießen

Nachdem die großen Maschinen aufgestellt und angedockt wurden, ging es ans Eingemachte für das eingespielte Bauteam.
Der Polier stellte den Rotationslaser auf die richtige Höhe, um bei Betongießen die Betonhöhe kontinuierlich zu prüfen und bei Bedarf nachzujustieren. Dieser Prozess wird „lasergestützter Betoneinbau“ genannt, begründet durch den Laserstrahlempfänger für die Höhenkontrolle.
Der Pumpenfahrer hat die Lage und den Arbeitsraum im Blick und trägt die Verantwortung für die präzise, ferngesteuerte Navigation des Auslegers. Ein gut geübter Pumpenfahrer trägt sehr viel zur angenehmen und genauen Betonverarbeitung, denn der Fahrer muss vorausschauend und den Endschlauchführer unterstützend den Pumpenarm bewegen.
Der Endschlauchführer bewegt, wie der Name schon sagt, den Endschlauch. Es ist das flexible Ende des Auslegers.
Ist der Pumpenfahrer auf seinem Gebiet ein Experte, so muss weniger Kraft für die präzise Betoneinbringung aufgebracht werden. Der Pumpenarm ist dementsprechend an der richtigen Position und der Endschlauchführer drückt es nochmal in die gewollte Richtung.
Doch auch bei professionellen Pumpenfahrern muss der Endschlauchführer ab und an Kraft aufbringen, insbesondere wenn die Konturen der Bodenplatte den ferngesteuerten Pumpenarm an ihre technischen Grenzen bringen.
Dieser Bauschritt erfordert eine gut eingespielte Teamarbeit. Diese Teamarbeit ist blendend im Video zu erkennen. Es waren insgesamt, mit dem Mischerfahrer, 6 Bauprofessionals am Performen.
Für sie Daily-Work, für uns das Fundament für die Ewigkeit.
Ihre weiteren unabdingbaren Aufgaben beschreiben die nächsten Unterkapitel.
Beton rütteln

Eine dieser erweiterten, unabdingbaren Aufgaben ist das Verdichten des Betons. Um eingeschlossene Luftbläschen im Beton zu vermeiden, muss dieser schon während des Betonierens mittels Betonrüttler verdichtet werden. Wie auf dem oberen Bild zu erkennen, verteilt der gute Mann den Beton mittels Betonrüttler präzise an den Rand und in die Ecken der Verschalung.
Besonders bei den mit Stahl bewehrten Betonbauteilen darf auf das Verdichten nicht verzichtet werden. Wird der Bewehrungsstahl nicht vollständig vom Beton umschlossen, ist er anfällig auf Korrosion. Das wiederum gefährdet die Stabilität. Zudem werden dadurch die, aus dem „Blog-Beitrag Tag 15“ bekannten Zugkräfte nicht umfassend aufgenommen.
Für diese Aufgabe muss ein gewisses Händchen bei dem Baumeister vorhanden sein. Es darf auf gar keinen Fall zu lange gerüttelt werden, um die Betonmasse aus Zement, Wasser, Sand und Kies nicht zu entmischen. Das würde demnach zum Verlust von Festigkeit führen.
Direkt nach der Verdichtung und Komprimierung der Betonmischung kommen die Feinarbeiten, ein weiteres Qualitätsmerkmal der Fachmänner, welche wissen, was sie da tun.
Beton streicheln

Beton streicheln, Beton abziehen oder auch Beton glätten. Das sind die Bezeichnungen für das Finishing der Betonoberfläche. Unmittelbar nach dem Verdichten der Betonmischung beginnen die Männer damit, den Beton zu glätten. Hierbei wird nochmal pingelig auf die Maßgenauigkeit bezüglich der Betonhöhe per Laserstrahl geachtet.
Für das Glätten können zahlreiche verschiedene Arten von Betonabziehern verwendet werden. In der Regel wird mittels Abziehpatsche geglättet. Welche einer länglichen Wanne aus Stahl, aufgedreht auf einen Stiel ähnelt.

Das Glätten des Betons sorgt dafür, dass die z.B. durch das Rütteln gelösten und an die Oberfläche gedrückte Teile wie Kies oder Sand wieder in die Betonmasse gepresst werden. Es wird dabei sehr zügig gearbeitet, um mit einem gekonnten leichten Druck eine ebene glatte Oberfläche herzustellen.
Beton zudecken

Hat die Betonoberfläche ihre Streicheleinheiten abbekommen, so wird diese nicht selten mit einer Foliendecke zugedeckt. Die Bodenplatte muss bei Sonnenschein feucht gehalten werden. Um eine zu schnelle Austrocknung zu vermeiden und damit verbundener Rissbildungsgefahr entgegenzuwirken, wird die Betonmasse mit einer Folie abgedeckt.
Die Bodenplatte trocknet aufgrund der Folieneindeckung schön gleichmäßig ab und ist zusätzlich gegenüber Regen geschützt.
Dieser notwendige Schritt zählt zur Beton-Nachbehandlung. Das Abdecken der Betonoberfläche mit dampfdichten Folien vermeidet das „Verdursten“ der Oberfläche und den Entzug der für die Kristallbildung notwendigen Feuchtigkeit. Wodurch die angestrebte Qualität erreicht sowie das Absanden an der Oberfläche verhindert wird.
Beton befeuchten

Das obere Bild zeigt einen weiteren Schritt der Beton-Nachbehandlung. Hier wird gewährleistet, dass die Betonoberfläche gleichmäßig feucht bleibt und in Ruhe über einen gewissen Zeitraum aushärtet. Dafür wird die Betonoberfläche über einen Wasserschlauch geflutet, allerdings nur so weit, dass unter allen Umständen das Ausschwemmen vom Beton vermieden wird.
Je nach Bedarf, Jahreszeit und Wetterverhältnissen werden unterschiedliche Arbeitsschritte durchgeführt oder auch kombiniert gleichgesetzt. All diese Arbeitsschritte haben eins gemeinsam. Sie definieren ganz klar, das Feuchthalten von Beton.
Bodenplatte fertigstellen

Die Luftaufnahme gegen Ende der Betonarbeiten veranschaulicht den finalen Ausgang der dokumentierten Unterkapitel.
Die 24 flüssigen Kubikmeter Beton wurden zwischen Mensch und Maschine Hand in Hand in die Verschalung eingebracht.
Die 24 eingebrachten Kubikmeter Beton wurden anschließend mit Hunderten von Tauchmanövern eingerüttelt.
Schlussendlich wurden die 120 eingerüttelten Quadratmeter unter der enormen Handarbeit geglättet, eingedeckt und befeuchtet.
Last, but not least ergab der feuchte Beton eine gute Möglichkeit Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit einzubringen.
Weitere Arbeitsschritte

Unter den Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit werden Mauersperren bzw. Mauerwerkssperren verstanden. Es sind hochelastische Dichtungsmatten, meist aus einem weichen und robusten EPDM-Material (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) zum Schutz des Mauerwerks gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
Die Mauerwerkssperre wird fachseitig auch Horizontalsperre genannt. Oft als Bitumenbahn oder Bitumenpappe ausgeführt, wird sie von den Fachmännern vor der ersten Mauerreihe verlegt.
Wie auf dem oberen Bild zu erkennen, wurden die Matten auf der Bodenplatte verlegt, um von dem Klebeeffekt des feuchten Betons zu profitieren. Die Matten passen sich an unebene Untergründe an und können dank des elastischen Materials leicht um Ecken und Kanten verlegt werden.
Tagesaktivitäten

Der absolute Wahnsinn, was an so einem sonnigen Bautag alles passiert, um das Fundament für ein Haus herzustellen. Wahnsinn mit einem sehr positiven Daumen nach oben gestreckt.
In Sätzen ist es Betonpumpe liefern und aufstellen. Beton anmischen, anliefern und befördern. Beton gleichmäßig innerhalb der Schalung verteilen und mit dem Betonrüttler verdichten. Der Betonrüttler verteilt den Beton und fördert die Umschließung der Bewehrung, indem es die Lufteinschlüsse entfernt. Dazu wird das Gerät in kurzen Abständen in den flüssigen Beton eingetaucht.
Ist der Beton verdichtet, so wird die Betonoberfläche der Abziehpatsche glatt gezogen und mit einer dampfundurchlässigen Folie zugedeckt.
Anschließend die Betonplatte ruhen lassen. Die Dauer der Ruhephase hängt unter anderem von der Stärke der Betonplatte, der Zusammensetzung des Betons und der Witterung ab. Als allgemeiner Richtwert gelten 28 Tage. Doch hier darf die Oberfläche bereits nach wenigen Tagen belastet werden.
Überblick der Betonarbeiten am 15. Indiebude-Bautag:
🗿 Betonpumpe geliefert und aufgestellt
🗿 Beton gemischt und geliefert
🗿 Beton für die Bodenplatte gegossen
🗿 Beton gerüttelt
🗿 Beton geglättet
🗿 Beton befeuchtet
🗿 Mauerwerkssperren verlegt
🗿 Bodenplatte finalisiert
🗿 Bodenplatte ruht
Tagesabschluss

Zum Tagesabschluss bleibt festzuhalten, dass der Aufbau einer Bodenplatte von oben betrachtet recht simpel ausschaut. Jedoch ist er ziemlich komplex und das stellt das folgende Schnittbild ganz gut dar. Die Bodenplatte, oder mittlerweile die Fundamentplatte setzt sich aus verschiedenen Schichten, Materialien und Arbeitsfolgen zusammen.

Der gesamte Bauschritt war für uns als Bauherren sehr unterhaltsam. Große Maschinen wurden bewegt. Große Mengen an Beton wurden verarbeitet. Große ebene Fläche als Fundament für die Indiebude entstand.
Darüber hinaus haben wir auch den Baumeistern angesehen, dass sie auch Spaß an der ganzen Geschichte hatten. Welcher Kerl suddelt nicht gerne im Beton rum? Insbesondere, wenn es auch noch bezahlt wird. Das Wetter und die Neugier der Bauherren haben hier auch in die Karten gespielt.
Insgesamt war das ein schöner Abschluss der Bauwoche und ein großartiger Beginn für den Hochbau.
Der nächste Meilen(STEIN) steht bevor. Der Grundstein!
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Die Indiebude-Chroniken beginnen mit dem Tag 1. Chronologisch sind sie unter dem Blog-Untermenü zu finden. Innerhalb dieser Kategorie läuft die einfache Baudokumentation mit Bildern. Die Bilder werden zusätzlich mit simplen Beschreibungen erläutert und um das Geschehen auf der Baustelle ergänzt.